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Google Bewertung löschen lassen - Anleitung, Recht & Ablauf

Nicht jede negative Google-Bewertung muss hingenommen werden. Dieser Ratgeber erklärt, welche Bewertungen rechtswidrig sind, wie der Meldeprozess bei Google funktioniert und wann der juristische Weg Erfolg verspricht.

Lesezeit: 13 Min. Aktualisiert: Juli 2026 Redaktion Bewertungs Boost

Welche Google Bewertungen kann man löschen lassen?

Google entfernt Bewertungen nur, wenn sie gegen die eigenen Richtlinien oder geltendes Recht verstößen. Rein negative Meinungsäußerungen - auch wenn sie unfair erscheinen - sind durch die Meinungsfreiheit (Art. 5 GG) geschützt und werden in der Regel nicht gelöscht.

Löschfähig sind Bewertungen in folgenden Kategorien:

KategorieBeispielRechtsgrundlage
Unwahre Tatsachenbehauptungen"Der Handwerker hat Materialien gestohlen" (wenn nachweislich falsch)Par. 823, 1004 BGB
Schmähkritik"Dieser Laden ist ein Betrügerladen" (reine Herabsetzung ohne Sachbezug)Par. 185 StGB
BeleidigungPersönliche Beschimpfungen, FäkalsprachePar. 185 StGB
Kein KundenkontaktBewertung von jemandem, der nie Kunde warGoogle-Richtlinien
Spam und FakeMassenbewertungen, Bot-generierte TexteGoogle-Richtlinien
InteressenkonfliktBewertung durch MitbewerberGoogle-Richtlinien, UWG
DiskriminierungRassistische oder diskriminierende InhalteAGG, Google-Richtlinien

Wichtig: Die Beweislast liegt beim Unternehmen. Sie müssen belegen, dass die Bewertung rechtswidrig ist - nicht der Bewertende, dass sie rechtmäßig ist (BGH VI ZR 34/15).

Wie meldet man eine Google Bewertung? - Schritt für Schritt

Der schnellste Weg zur Entfernung führt über Googles eigenen Meldeprozess. Die Bearbeitungszeit liegt erfahrungsgemäß bei 5-20 Werktagen.

Schritt 1: Bewertung identifizieren

Öffnen Sie Ihr Google Unternehmensprofil und navigieren Sie zu "Bewertungen". Identifizieren Sie die problematische Bewertung und dokumentieren Sie den Inhalt per Screenshot (mit Datum und Uhrzeit).

Schritt 2: Verstoß kategorisieren

Prüfen Sie, gegen welche Google-Richtlinie die Bewertung verstößt. Je präziser Ihre Einordnung, desto höher die Erfolgsaussichten. Google unterscheidet zwischen:

  • Spam und gefälschte Inhalte
  • Nicht themenbezogene Inhalte
  • Interessenkonflikt
  • Anstossige oder explizite Inhalte
  • Persönliche Angriffe
  • Rechtlich problematische Inhalte

Schritt 3: Bewertung melden

Klicken Sie auf die drei Punkte neben der Bewertung und wählen Sie "Als unangemessen melden". Wählen Sie die passende Kategorie. Alternativ können Sie über das Google Business Profile Dashboard unter "Support" > "Bewertung entfernen" eine detailliertere Begründung einreichen.

Schritt 4: Google Business Support kontaktieren

Wenn die automatische Meldung nicht zum Erfolg führt, kontaktieren Sie den Google-Support direkt. Nutzen Sie dazu den Chat im Google Business Profile Dashboard. Bereiten Sie folgende Informationen vor:

  • Screenshot der Bewertung
  • Konkrete Begründung, welche Richtlinie verletzt wird
  • Belege (falls vorhanden): Kundendatenbank, Terminkalender, Rechnungen

Schritt 5: Eskalation über das Legal Removal Tool

Für rechtlich problematische Inhalte bietet Google ein separates Legal Removal Request Tool. Hier können Sie rechtliche Gründe geltend machen - etwa Verleumdung, Persönlichkeitsrechtsverletzung oder Urheberrechtsverletzung. Dieser Weg ist aufwendiger, hat aber höhere Erfolgsquoten bei klar rechtswidrigen Inhalten.

Wann ist der juristische Weg sinnvoll?

Wenn Google die Bewertung trotz Meldung nicht entfernt, bleibt der Rechtsweg. Dieser ist in zwei Richtungen möglich:

Vorgehen gegen den Bewertenden

Wenn die Identität des Bewertenden bekannt ist, können Sie ihn direkt abmahnen und zur Unterlassung auffordern. Das Vorgehen:

  1. Anwaltliche Abmahnung mit Aufforderung zur Löschung und Unterlassungserklärung (Frist: 7-14 Tage)
  2. Einstweilige Verfügung beim zuständigen Landgericht, wenn die Abmahnung ignoriert wird (Eilverfahren, Dauer: 1-4 Wochen)
  3. Hauptsacheverfahren auf Unterlassung und ggf. Schadensersatz

Vorgehen gegen Google

Seit dem BGH-Urteil vom 01.03.2016 (VI ZR 34/15) haften Bewertungsportale, wenn sie nach einem konkreten Hinweis auf eine rechtswidrige Bewertung nicht reagieren. Das bedeutet: Wenn Sie Google nachweislich auf eine rechtswidrige Bewertung hingewiesen haben und Google nicht handelt, können Sie Google direkt auf Löschung verklagen.

In der Praxis verläuft das Vorgehen gegen Google über die Zustellung an Google Ireland Limited in Dublin. Deutsche Gerichte sind zuständig, da sich das Angebot an deutsche Nutzer richtet.

Was kostet die Löschung und wie hoch sind die Erfolgsaussichten?

Die Kosten variieren je nach Verfahrensweg erheblich:

MaßnahmeKosten (circa)DauerErfolgsquote
Google-Meldung (selbst)Kostenlos5-20 Werktage20-40 %
Google-Support (Eskalation)Kostenlos2-6 Wochen30-50 %
Anwaltliche Abmahnung500-1.500 Euro2-4 Wochen60-70 %
Einstweilige Verfügung2.000-5.000 Euro1-4 Wochen70-85 %
Hauptsacheverfahren5.000-15.000 Euro3-12 MonateAbhängig vom Fall

Tipp: Viele Rechtsschutzversicherungen decken Abmahnungen und Gerichtsverfahren im Bereich Persönlichkeitsrecht ab. Prüfen Sie Ihren Versicherungsschutz, bevor Sie einen Anwalt beauftragen.

Die Erfolgsaussichten hängen stark von der Art des Verstosses ab. Klar belegbare unwahre Tatsachenbehauptungen werden fast immer gelöscht. Grenzfälle - etwa zugespitzte Meinungsäußerungen - sind deutlich schwieriger.

Welche Alternativen gibt es zur Löschung?

Nicht immer ist die Löschung der beste Weg. Manchmal sind alternative Strategien effektiver und günstiger:

Souverän antworten

Eine sachliche, empathische Antwort auf eine negative Bewertung kann den Schaden oft besser begrenzen als eine Löschung. 45 % der Verbraucher sagen laut BrightLocal, dass sie ein Unternehmen eher besuchen, wenn es auf negative Bewertungen antwortet. Vorlagen und Strategien dazu finden Sie in unserem Ratgeber zum Beantworten negativer Bewertungen.

Positive Bewertungen aufbauen

Eine einzelne 1-Stern-Bewertung bei 200 positiven Rezensionen verändert den Durchschnitt kaum. Konzentrieren Sie sich darauf, kontinuierlich neue positive Bewertungen zu generieren.

Den Bewertenden direkt kontaktieren

Wenn Sie den Kunden identifizieren können, suchen Sie das direkte Gespräch. Lösen Sie das zugrunde liegende Problem. Zufriedene Kunden ändern oder löschen ihre Bewertung oft freiwillig.

Fazit

Google-Bewertungen zu löschen ist möglich, aber nur in klar definierten Fällen. Unwahre Tatsachenbehauptungen, Schmähkritik und Fake-Bewertungen haben gute Löschchancen. Reine Meinungsäußerungen - auch wenn sie hart formuliert sind - sind in der Regel geschützt.

Der effizienteste Weg: Melden Sie die Bewertung zunächst über Google. Wenn das nicht zum Erfolg führt, prüfen Sie mit einem spezialisierten Anwalt die Erfolgsaussichten eines juristischen Vorgehens. Parallel dazu sollten Sie durch aktives Bewertungsmanagement Ihre positive Bewertungsbasis stärken.

Redaktion Bewertungs Boost

Seit 2022 beraten wir Unternehmen zum strategischen Aufbau ihrer Online-Reputation. Unser Team vereint Erfahrung aus SEO, Reputationsmanagement und digitalem Marketing.

Haeufige Fragen

FAQ - Google Bewertung löschen lassen

Kann man jede negative Google Bewertung löschen lassen?
Nein. Nur Bewertungen, die gegen Google-Richtlinien oder geltendes Recht verstößen, können entfernt werden. Negative Meinungsäußerungen - auch wenn sie unfair wirken - sind durch die Meinungsfreiheit geschützt.
Wie lange dauert es, bis Google eine gemeldete Bewertung löscht?
Die Bearbeitungszeit über den normalen Meldeprozess beträgt 5-20 Werktage. Über den Google-Support kann es 2-6 Wochen dauern. Der juristische Weg dauert je nach Verfahren 1 Woche bis mehrere Monate.
Was kostet es, eine Google Bewertung anwaltlich löschen zu lassen?
Eine anwaltliche Abmahnung kostet circa 500-1.500 Euro. Eine einstweilige Verfügung liegt bei 2.000-5.000 Euro. Die genauen Kosten hängen vom Streitwert und der Komplexität des Falls ab.
Kann ich eine Bewertung löschen lassen, wenn der Verfasser nie Kunde war?
Ja. Bewertungen ohne echte Kundenerfahrung verstößen gegen Googles Richtlinien. Dokumentieren Sie, dass kein Kundenkontakt stattgefunden hat (z.B. durch Ihre Kundendatenbank) und melden Sie die Bewertung.
Was ist der Unterschied zwischen einer Meinungsäußerung und einer Tatsachenbehauptung?
Eine Meinungsäußerung ("Der Service war schlecht") ist subjektiv und geschützt. Eine Tatsachenbehauptung ("Die Rechnung war 200 Euro höher als vereinbart") ist überprüfbar. Nur unwahre Tatsachenbehauptungen können gelöscht werden.
Haftet Google für rechtswidrige Bewertungen?
Seit dem BGH-Urteil VI ZR 34/15 haftet Google als Portalbetreiber, wenn es nach einem konkreten Hinweis auf rechtswidrige Inhalte nicht reagiert. Google muss den Hinweis prüfen und bei klarer Rechtswidrigkeit die Bewertung entfernen.
Kann ich mehrere Bewertungen gleichzeitig melden?
Ja, Sie können jede Bewertung einzeln melden. Bei systematischen Angriffen (z.B. durch Konkurrenten) empfiehlt es sich, den Google-Support direkt zu kontaktieren und alle betroffenen Bewertungen gesammelt zu melden.
Was passiert, wenn der Bewertende seine Bewertung nach einer Abmahnung nicht löscht?
Wenn der Bewertende nicht reagiert, können Sie eine einstweilige Verfügung beim zuständigen Landgericht beantragen. Im Eilverfahren kann das Gericht innerhalb von 1-4 Wochen die Löschung anordnen.

Unrechtmäßige Bewertungen belasten Ihr Geschäft?

Lassen Sie Ihre negativen Bewertungen von unseren Experten prüfen. Wir beraten Sie, welche Bewertungen löschfähig sind und begleiten Sie durch den Prozess.